Zeitungen haben trotz der Konkurrenz durch die Onlinemedien nichts von ihrer Bedeutung verloren. Auch im Schulalltag spielen sie eine gewichtige Rolle. So hatte sich die Sparkasse Berchtesgadener Land zu Beginn des Schuljahres dazu entschlossen, unsere Schule mit einem Zeitungsabo unserer Heimatzeitung zu unterstützen. Aber wie so viele Aktivitäten legte Corona auch die Zeitungslektüre im Schulhaus vorerst auf Eis. Neben unserer Rektorin Frau Langenfelder und Schülern der Klasse 7 b sind auch Herr Hinterstoißer und Herr Hisenaj von der Sparkasse Berchtesgadener Land auf unserem Foto zu sehen.

Im Unterrichtsalltag kommen Zeitungen in vielfältiger Form zum Tragen: Es werden Texte analysiert, Leserbriefe geschrieben oder das Layout einer Titelseite unter die Lupe genommen. Einsatzmöglichkeiten der Printmedien bestehen in den meisten Fächern, vor allem aber im Deutschunterricht. In den letzten Jahren war eine Textanalyse von Kommentar, Reportage oder Glosse regelmäßig Bestandteil der Abschlussprüfungen im Fach Deutsch.
Obwohl das Zeitalter des Internet bahnbrechende Veränderungen im Medienkonsum mit sich gebracht hat, und viele Jugendliche ihre Informationen am liebsten aus dem Netz fischen, kann von einer Austrocknung der Landschaft rund um die Printmedien nicht die Rede sein. Experten sind sich einig: Die Jugend ist nach wie vor am Zeitunglesen interessiert.
Zeitungen sind sprichwörtlich “handfest”. Man kann sie halten, sie sind griffig, und auch das Rascheln der Blätter sowie das leichte Aroma der Druckerschwärze gehören zur Zeitunglektüre dazu. Es ist die traditionelle Form, den Blick in die Welt hinaus zu richten.
Viele Eltern achten darauf, ihren Kindern diese “Werte” weiterzugeben. Trotz des immensen Einflusses, den das world wide web auf die moderne Gesellschaft hat, zeigt sich immer wieder, dass viele Menschen, “zurück zu den Wurzeln” wollen. Das heißt, dass sie gerne auch weiterhin am Morgen die Zeitung lesen, mit einem Auge aber immer Computer im Blickfeld.
Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage zum Thema stellte das Münchner Marktforschungsunternehmen Youngcom kürzlich fest, dass Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren auch Printmedien nutzen. 35 Prozent der Befragten gab in dem Zusammenhang an, dass Tageszeitungen ihrer Ansicht nach zu den beliebtesten Printmedien zählen. Selbst wenn das Zeitunglesen bei der Jugend nicht unbedingt auf dem ersten Platz rangiert, nehmen sie bei jungen Leuten doch einen hohen Stellenwert ein.
Geht es im Unterricht darum, die Vor- und Nachteile der Printmedien gegenüber dem digitalen Angebot zu erörtern, fällt als Erstes der Begriff „Fake News“. Im Gegensatz zu vielen Internetplattformen gilt die Zeitung als glaubwürdig und im lokalen Bereich wesentlich präsenter und kompetenter als die digitalen Informationsquellen. Vor allem die Anzeigen lokaler Geschäfte halten 82 Prozent der Leser für seriös. 42,5 Millionen der Deutschen lesen jede gedruckte Ausgabe einer täglich oder wöchentlich erscheinenden Zeitung. Das entspricht einer Reichweite von 60,2 Prozent.
Wer Zeitung liest, ist ganz bei der Sache, ganz im Hier und Jetzt, dem Credo der Achtsamkeitslehre folgend. 80 Prozent der Bevölkerung sagen, dass sie bei der Zeitungslektüre konzentriert bzw. sehr konzentriert sind. Tatsächlich sind die Tageszeitungen in Deutschland mit dem Beginn der Online-Ära vor etwa 20 Jahren in eine tiefe Krise geraten. „Keine rosigen Aussichten für die Zeitungsbranche,“ so der renommierte Philosoph und Publizist Josef Bordat von der TU Berlin. Das sei mehr als bedauerlich, denn ohne die Zeitungen drohe ein Bedeutungsverlust der Medien als „Vierte Gewalt“ im Staat, die in ihrer Kontrollfunktion gegenüber den drei eigentlichen Staatsgewalten unverzichtbar seien, so Bordat . Die Bedeutung der Zeitungen sei trotz der Krise ungebrochen. Und ein Umstand mache dabei Hoffnung: Tageszeitungen genießen ein vergleichsweise hohes Vertrauen.
Johannes Vesper

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