Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich entspannt, was aber noch nicht heißt, dass jeder Schulabgänger auch in dem Beruf Fuß fassen kann, den er sich ausgemalt hat und für den er oder sie geeignet ist. Bevor man seine ersten Bewerbungen schreibt, sollte man gründlich recherchieren, meint Klaus Gottschalk von der Bundesagentur für Arbeit Traunstein. Auf dem „Marktplatz Zukunft 2015“ gab es  Gelegenheit dazu.

Jahr für Jahr hat sich die Berufsinformationsmesse, die heuer ihre sechste Auflage erlebte, weiterentwickelt. Mittlerweile ist sie zu einer festen Institution an unserer Schule geworden. Zahlreiche Jugendliche und ihre Eltern nutzten auch die Gelegenheit zu einem Besuch, ums sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen.

„Wir freuen uns, dass so viele Unternehmen, Schulen und andere Institutionen unserer Einladung gefolgt sind“, zog Herr Herold von der Fachschaft Wirtschaftswissenschaften das Fazit einer rundum gelungenen Veranstaltung. Hilfreich zur Seite standen ihm in diesem Schuljahr seine Lehrerkolleginnen und -kollegen  Frau Angerer, Frau Asen, Herr Michael Riedl, Frau Ostheim und Herr Paeckert.

Viel Energie und Engagement war im Vorfeld in die Organisation geflossen, die parallel zum regulären Unterrichtsbetrieb durchgeführt werden musste. Neben den Lehrkräften waren auch Schüler der 9. Jahrgangsstufe im Einsatz, die die Aktivitäten rund um das Veranstaltungsgeschehen unterstützten.  Die stattliche Zahl an Besuchern und die professionelle Präsentation der Teilnehmer, die aufschlussreiche Einblicke in die Berufswelt ermöglichten, entlohnten schließlich den Aufwand der Organisatoren.

Der Ausbildungsmarkt ist in Bewegung, neue Berufsbilder entstehen, andere verlieren an Bedeutung oder verschwinden gänzlich. Da ist es nicht leicht sich zu orientieren.  Wer sich auf das umfassende Angebot des „Marktplatzes“ einlassen wollte, tat gut daran, Schwerpunkte zu setzen.

Namhafte Gastronomen waren hier ebenso vertreten wie bekannte Handwerksbetriebe aus der Region, auch Versicherungen und Banken gaben ihre Visitenkarte ab. Tourismus, Verwaltung, Alten- und Krankenpflege, Polizei und Bundeswehr weckten ebenso das Interesse der jungen Leute wie die Repräsentanten verschiedener Fachschulen und großer Autohäuser. Auch über das Steuerwesen, über die Arbeit in verschiedenen Ämtern oder das Tätigkeitsfeld des Augenoptikers konnte man sich ausführlich informieren.

Im Trend liegen derzeit eindeutig die Handwerksberufe. So erzielt die AusbildungsOffensive Bayern, eine Initiative der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber, an der sich 2400 Unternehmen aus ganz Bayern beteiligen, mit über 14.000 Ausbildungsverträgen im abgeschlossenen Ausbildungsjahr 2015 Spitzenwerte auf dem Lehrstellenmarkt. Mit einer Übernahmequote von über 95 Prozent und einem durchschnittlichen Azubigehalt von knapp 900 Euro ist das Berufsspektrum für Jugendliche äußerst attraktiv. Die Initiative präsentierte sich auch auf dem Marktplatz Zukunft.

Die Berufsmesse ist Teil eines umfassenden Programms unserer Schule, das vor allem die Neuntklässler auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereiten soll. Betriebspraktika, Bewerbertraining, Assessment-Center, der Besuch im BIZ und die Gruppen- und Einzelberatung durch den Berufsberater vor Ort gehören dazu. „Wichtig ist es für Schulen und Eltern auf dem neuesten Stand zu sein“, so Klaus Gottschalk von der Bundesagentur für Arbeit in Traunstein, der uneingeschränktes Lob für die Aktivitäten der Schule rund um die Berufsvorbereitung findet.„Was hier gemacht wird, ist nicht selbstverständlich“, so der Fachmann für Berufsfragen. „So etwas gelingt nur, wenn es von vielen Seiten mit getragen wird.“ Es zeige auch, welch hohen Stellenwert das Thema Ausbildung an der Schule habe.

J. Vesper

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