|

Fast hätte es gelangt! Am Donnerstagnachmittag sah Stefan Moosleitner noch wie der sichere Sieger aus. Über 2400 Mal wurde sein Name auf der Hompage von Bayernwelle SüdOst angeglickt. Die Freilassinger Radiomacher hatten sich eine ganz besondere Aktion einfallen lassen und landeten damit einen Volltreffer. Weil alles im Dienst der guten Sache stand, gab es schließlich mehr als einen Gewinner.
Als Radiohörer war unserem Zehntklässler aus Saaldorf die Aktion zu Ohren gekommen. „Tun Sie Gutes, … wir reden drüber“, so wurde sie von der „Bayernwelle“-Redaktion hörfunkgerecht betitelt. Mit einer richtig guten Tat mussten die Kandidaten aufwarten, um ins Rennen um einen „nagelneuen Citroen C1 Cooltech. Den Wagen hatte das Autohaus Walch für die Aktion als Preis für den Sieger zur Verfügung gestellt. Der sollte allerdings nicht selbst hinters Steuer, sondern musste ihn für einen gemeinnützigen Zweck weiterreichen. Für die Freilassinger Tafel, dort könne man ihn gut gebrauchen. Das hatte sich Stefan, Schüler der 10 B überlegt. Und die gute Tat? Auch das war für ihn keine Frage. Kurz vor Weihnachten war es, als seine Mutter bei Christine Mitterhuber vorbeischaute. Keine 15 Grad seien es in den Räumen der alleinstehenden und betagten Frau mitten im kalten Winter gewesen. Brennholz machen, Einkäufe erledigen, hier war spontane und schnelle Hilfe angesagt,
Acht Raummeter brachte der Junge mit seinen Klassenkameraden und Freunden im elterlichen Sägewerk auf den Weg, um es auch gleich anständig aufzurichten. Dabei gingen Robert Streibl, Florian Streibl, Paul König, Rudi König Andreas Pauli, Christoph Butzhammer – alle Schüler der 10 A – Konrad Hogger aus der 9 A und Stefan Rettenbacher, Mathias Rettenbacher und Wolfgang Willberger derart tatkräftig zu Werke, dass das Holz auch noch für den nächsten Winter reichen dürfte.
Radioreporter Georg Tennigkeit jedenfalls zeigte sich so angetan von den Buben und ihrer Einsatzbereitschaft für die gute Sache, dass er kurz nach Beendigung der „Bayernwelle“-Aktion am Freitagmorgen persönlich in die Schule kam um Stefan zu beglückwünschen und ein paar persönliche Statements für seine Hörer einzuholen. Während seine Schulfreunde noch eifrig über ihrer Mathearbeit brüteten, gab sich unser als „Kandidat Nr. 6“ ins Rennen gegangener „Zehner“ im Interview betont souverän. Schließlich hatte er als Zweitplatzierter den Berchtesgadener Kinobetreiber Hans Klegraefe hinter sich gelassen, der im Berchtesgadener Land kein Unbekannter ist. Das Auto ging an den Freilassinger Liedermacher Reiner Fries. Der will es als Sieger der Aktion an eine alleinerziehende Mutter von fünf Kindern weitergeben, die alle Besorgungen bisher mit dem Fahrrad erledigen musste. Doch Sieger und Verlierer gab es hier eigentlich nicht, sondern nur Gewinner: die, die sich entweder über eine gute Tat freuen durften und die, die sich als aktive Helfer um eine wertvolle Erfahrung bereicherten.
J. Vesper |