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In jedem oberbayerischen Tourismusbüro gebührt diesen äußerst professionell gestalteten Faltblättern ein fester Platz. Beschrieben wird darin der „SalzAlpenSteig“ , ein „Almen-Schluchten-Wanderweg vom Chiemsee zum Hallstätter See“.  Bei näherer Betrachtung lassen die 15 farbig und informativ gestalteten Flyer jedem Wanderfreund das Herz aufgehen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass hier nicht Werbeprofis der Tourismusbranche am Werk waren, sondern Schüler aus zwei sechsten Klassen, die mit ihrer Lehrerin, Frau Vit, ein Projekt auf den Weg brachten, das in der nächsten Woche  eine besondere Auszeichnung erfährt.

 

Aus insgesamt 15 Etappen besteht die beschriebene Wandertour. Zusätzlich erfährt man Wissenswertes über die einzelnen Zielorte, ihre Sehenswürdigkeiten und großartigen Rundtouren. Auch die Möglichkeiten zünftiger Einkehr werden dem Leser nicht vorenthalten. Derer 11 gibt es z. B. in Ramsau, in der Nähe des idyllischen Hintersees. Unbedingt ansehen müsse man sich bei der Gelegenheit die Pfarrkirche – ein weltberühmtes Fotomotiv – und die Wimbachklamm, so die findigen Nachwuchs-Werbetexter. Die gehört zu den sechs im Faltblatt der „Etappe 8“ vorgestellten Rundtouren, genauso wie der Soleleitungsweg und das Klausbachtal.

„Wir sind Tourismus“, so der Titel des Wettbewerbs, der jährlich vom Tourismusverband München-Oberbayern ausgeschrieben wird. Mit ihrem kreativen und optisch ansprechenden Beitrag gelang den Knabenrealschülern der Klassen 6 b und 6 c gemeinsam mit ihrer Lehrerin für Informationstechnologie, Ines Vit, auf Anhieb ein beachtlicher 2. Platz von 30 teilnehmenden Schulen. „Frau Vit hat uns im Unterricht von dem neuen Wanderweg erzählt,“ so die Urheber der innovativen Alpenland-Wanderwegs-Werbung. Im nächsten Jahr solle er bereits umgesetzt werden. „So kam uns die Idee, die einzelnen Etappen in verschiedenen Flyern, einer Projektmappe und einer Power-Point-Präsentation vorzustellen“, so die emsigen Sechstklassschüler. Dass es solch ein Erfolg würde, damit habe man nicht gerechnet.

Doch gehört es eigentlich zum Schulprogramm, im Unterricht freizeitorientierte Projekte für Erholung suchende Urlauber zu entwerfen? „In der 6. Klasse erlernen die Schüler im Fach Informationstechnologie nicht nur, wie man sinnvoll mit dem Internet umgeht“, so Vit, „sondern sie erhalten auch erste Einblicke in die „Office-Programme“. In diesem Zusammenhang habe sich das Thema „SalzAlpenSteig“ als Projektarbeit angeboten. Die Infos zu den Wanderetappen seien von den Schülern aus dem Internet gezielt herausgesucht worden genauso wie die ergänzenden Informationen zu den einzelnen Routen. Mit den Programmen Word, Publisher und PowerPoint wurde schließlich das Endprodukt erstellt“, so IT-Fachfrau Vit, die den Schülern unterstützend zur Seite stand.

Wer einen Blick in diese mit Liebe zum Detail gestalteten Wandertouren-Tipps wirft, der bekommt Lust, das grenzüberschreitende Wegenetz gleich mal auszuprobieren. Sie bieten  auch dem sportlich weniger ambitionierten Wanderfreund überschaubare Tourengänge mit hohem Erholungswert und viele lohnenswerte Rundgänge in einer der schönsten Berglandschaften der Erde. Am 15. Juli findet die Preisverleihung in der Grundschule Ramsau statt, die mit ihrem Projekt den ersten Rang erreicht hat. Eine Wanderung zur Preisverleihung von Freilassing nach Ramsau sei nach Aussagen der Schüler jedoch nicht vorgesehen. (J. Vesper)

 

Mit großem Eifer waren die Buben bei der Sache, hier die Klasse 6 c.

 
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