| Wahlfach TZ/Werken: Projekt "Hocker" |
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Schüler kommen gern, sie arbeiten unaufgefordert und machen freiwillig Überstunden? So etwas gibt es tatsächlich. Und vom Ergebnis dieser Arbeit konnte man sich im oberen Schulflur unlängst überzeugen. Dort nämlich hatten 10 Neuntklässler den Lehrern im wahrsten Sinne des Wortes „den Stuhl vor die Tür gestellt.“ Geschehen ist das Ganze im Wahlfach Werken/ TZ. „Es war keine Hexerei“, bestätigt Lehrer Michael Koller. Die 10 Jungen der 9 A gingen von Anfang an mit kreativem Ehrgeiz zu Werke. Und die Produktionsetappen verlangten den handwerklich begabten Jugendlichen auch einiges an Ausdauer ab. „Zuerst wurden die Skizzen für den Wunsch-Stuhl mittels einer IT-Recherche gefertigt“, so der Fachlehrer. „Die eigene Idee wurde zeichnerisch dargestellt.“ Dann galt es eine Materialliste zu erstellen, bevor die Einkäufe im Baumarkt getätigt werden konnten. Es folgte der Arbeitsplan, bevor das eigentliche Werkstück in die manuelle Produktion ging. Stühle hätten sie gebaut, so bringen die Buben die getane Arbeit auf den Punkt. Lehrplanschreiber nennen so etwas ein Projekt. Die „Kompass“-Projektplaner nennen es Stärkenförderung, viele Bundesländer haben Ähnliches bereits in ihren Lehrplänen als Konzept der „Herausforderungen“ verbucht. Man solle die Mittelstufe probeweise entschulen, fordern viele Reformpädagogen. Die Schüler, statt widerwillig zu büffeln, sollten für zwei Jahre hinausziehen in die Welt, so der Pädagoge Hartmut von Hentig. „Dort packen sie eine Aufgabe an, die sie wirklich fordert. Sie drehen einen Film, stellen ein zirkusreifes Akrobatikprogramm auf die Beine oder bauen ein fahrtüchtiges Auto aus Teilen vom Schrottplatz.“ - Oder sie bauen Stühle, so dass es manch einen vom Hocker haut, was alles möglich ist. „Die Schüler waren sehr motiviert und haben die Arbeiten selbständig ausgeführt,“ so Koller, der selbst eine Ausbildung als Schreiner absolviert hat und heute neben seiner Unterrichtsarbeit in Freilassing als Dozent in Augsburg Fachlehrer ausbildet. Sicher wird er denen vermitteln können, wie Unterricht ist, wenn er so ist, wie er sein sollte. |
