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Dort, wo sonst Englisch und Französisch unterrichtet, Matheaufgaben gelöst und Sportspiele durchgeführt werden, präsentierten sich an diesem Tag Steuerfachleute, Gastronomen, Techniker oder Kaufleute, um nur einige der zahlreichen Berufssparten zu nennen, über die man sich auf unserer diesjährigen Berufsinformationsmesse im Schulhaus der Knabenrealschule informieren konnte.  Durch die Teilnahme von über 30 Ausbildungsfirmen und -institutionen wurde den Schülern der höheren Jahrgangsstufen ein repräsentativer Querschnitt möglicher Berufsfelder auf dem heimischen Arbeitsmarkt dargeboten.

Unter dem Motto „Marktplatz Zukunft 2010“ hatte das Organisationsteam um die Wirtschaftslehrerinnen Ingrid Mayer und Kerstin Angerer zum zweiten Mal eine umfangreiche und informative Veranstaltung rund um das Thema Ausbildung auf die Beine gestellt. Alles war etwas größer angelegt als im Vorjahr, die Schüler der neunten Klassen wurden im Rahmen eines Unterrichtsprojekts in die Vorbereitung eingebunden. „Es wird immer wichtiger, Bewerber und Betriebe zusammenzubringen“, sieht sich Schulleiterin Irmengard Schmidtner gegenüber ihren Neun- und Zehntklässlern in die Pflicht genommen.

Die Wirtschaftskrise hat sich auch auf den Ausbildungsmarkt ausgewirkt. Um 8,2 Prozent sei die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zurückgegangen, so teilte die Bundesagentur für Arbeit zu Beginn des Jahres mit. Hinzu komme jedoch ein Rückgang der Schulabgängerzahlen in Höhe von 4 Prozent. „In den letzten Jahren hatten wir mehr Lehrstellen als Bewerber“, so Simon Schlagberger von der Agentur für Arbeit in Traunstein.

Wer sich auf diese gute Nachricht hin einen Cocktail gönnen wollte, der lag bei Georg (18) und Svenja (17) an der „Sansibar“, einem Schulprojekt von Landratsamt und Berufsschule, genau richtig. Dass sich der Ausschank auf den alkoholfreien Trinkgenuss beschränkte, war dem Besuch im Schulhaus nur förderlich. So konnte man ob der Informationsvielfalt leichter den Überblick behalten und vieles über mögliche berufliche Zukunftschance in Erfahrung bringen, vor allem bezüglich noch offener Lehrstellen, und die waren reichlich im Angebot. Angefangen bei den Betrieben der Berchtesgadener Edelgastronomie bis hin zu den Finanzämtern. Gleich 250 angehende Finanzwirte auf einmal sollen bayernweit im kommenden Jahr ihre Laufbahn starten.

Ob Kranken- oder Altenpfleger, Polizist oder Bürokaufmann, Sozialversicherungsfachangestellter oder Physiotherapeut, ob die Arbeit an der Werkbank oder als Bankkaufmann am Schalter, jedes Berufsbild zeigt viele Facetten und stellt ganz unterschiedliche Anforderungen. „Ich will zuerst noch weitere Praktika machen“, zeigte sich Matthias, Schüler einer neunten Klasse, von den Eindrücken einigermaßen überwältigt - und vernünftig. „Eine gute Lösung“, so Berufsberater Klaus Gottschalk. „Bevor ich eine endgültige Entscheidung treffe, sollte ich mich gründlich umschauen.“ Außerdem komme man über Berufspraktika in unmittelbaren Kontakt mit einem möglichen Arbeitgeber.

„Laut Prognose der Kultusministerkonferenz werden in diesem Jahr rund 2500 Jugendliche weniger die Schulen verlassen als 2009. Dadurch ständen zwar wieder zusätzliche Stellen zur Verfügung, es werde für die Unternehmen aber auch schwieriger geeignete Bewerber zu finden, so Simon Schlagberger. Die präsentierten sich am letzten Donnerstag in großer Zahl, zumeist Eltern und Freunde im Schlepptau, das offene Gespräch an den einzelnen Ständen suchend.  „Ich freue mich, dass die Veranstaltung so gute Resonanz fand und sich so viele Betriebe eingefunden haben, die  damit zeigen, dass sie in ihre Zukunft investieren wollen“, zog Rektorin Schmidtner ein positives Fazit der Veranstaltung, mit deren Neuauflage auch künftig zu rechnen sein wird.

(J. Vesper)

 
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