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 Schon zum zweiten Mal beteiligten sich Lehrkräfte, Mädchen und Buben der Knabenrealschule am „Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“ am weltweiten Aktionstag gegen den Missbrauch von Minderjährigen in kriegerischen Auseinandersetzungen. „Zeigt den Politikern die rote Hand“, so fordert das Deutsche Bündnis Kindersoldaten, das von so namhaften Organisationen wie der Kindernothilfe und terre des hommes unterstützt wird, zu aktiver Beteiligung auf. Auf der Homepage von terre des hommes www.redhandday.org findet man unsere Aktion unter:  Weltweite Aktivitäten.

Den Red Hand Day gibt es international seit dem 12. Februar 2002. Damals hatten die Vereinten Nationen ein Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention verabschiedet in der Absicht, Kinder und Jugendliche künftig besser vor Kriegseinsätzen zu schützen. In 131 Staaten wird es bereits umgesetzt, 61 Staaten haben diesen Vertrag noch nicht ratifiziert. Nach Schätzungen der UN sollen weltweit etwa 300.000 Kinder in mindestens 14 Ländern an bewaffneten Konflikten teilnehmen. Sie werden in tödliche Kämpfe geschickt oder erledigen lebensgefährliche Handlangerdienste. Erste internationale Prozesse vor dem Strafgerichtshof in Den Haag gegen Kommandeure so genannter Rebellengruppen sind bereits angelaufen, aber von durchschlagenden Erfolgen im Kampf gegen den Missbrauch kann nicht die Rede sein.

Heute ist der 27jährige Anwalt John Kon Kelei ein anerkannter Fachmann für internationales Recht. Im Alter von 4 Jahren wurde er von den Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee aus seinem Dorf mitgenommen. So berichtet der ehemalige Kindersoldat in einem Interview mit dem österreichischen Fernsehen. Er erinnere sich noch gut an den fünfzehntägigen Gewaltmarsch, der dann folgte. „Viele der anderen Kinder starben vor meinen Augen.“ Eine gezielte Gehirnwäsche habe ihn zu der Überzeugung gebracht, für die richtige Sache zu kämpfen. Folterungen, Demütigungen, die Prozeduren ohne Ende. Im Alter von zehn Jahren gelang ihm die Flucht. Jahrelang irrte er allein durch den Sudan, bevor er mit 17 in die Niederlande gelangte, wo er versäumte Bildung nachholte und schließlich sein Studium begann. Mit seiner Geschichte will Kon Kelei an die internationale Gemeinschaft appellieren: „Unterstützt diese Kinder. Gebt ihnen eine Chance.“ Dabei dürfe es nicht bei politischen Lippenbekenntnissen bleiben.

Wesentliches Ziel der Aktion Rote Hand, koordiniert von der Aktion Weißes Friedensband, ist es, die Durchsetzung der bereits bestehenden Gesetze auf breiter Basis einzufordern und dabei eine möglichst breite Öffentlichkeit erreichen. Dadurch soll der Druck auf die Verantwortlichen erhöht werden. Deshalb sei es wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich beteiligten, so die Organisatoren. „Wir müssen der Politik die rote Hand zeigen. Kinder sind keine Soldaten.“

Und dabei zu sein ist denkbar einfach: Der Handabdruck in roter Farbe auf einem DIN- A- 4 Blatt reicht schon aus. Ergänzt werden kann er durch eine Forderung an die Politiker und den eigenen Namen. Die Einsendung erfolgt an das Plan-Büro in Hamburg, eine Übergabe an einen lokalpolitischen Vertreter ist auch möglich. Hierzulande finden im Zusammenhang mit dem Red Hand Day alljährlich unterschiedliche Aktivitäten wie Filmfestivals, Podiumsdsikussionen, Schulfeste, Sportevents oder Ausstellungen statt. Außenminister Guido Westerwelle bezeichntete den Kampf gegen Kindersoldaten als politischen Auftrag. Im Auswärtigen Amt eröffnete er am Red Hand Day eine Ausstellung zum Thema. Ziel sei es, den Einsatz von Kindersoldaten zu ächten, die Kinder zu befreien und ihnen Brücken in ein einigermaßen normales Leben zu bauen Ähnlich wie im Vorjahr kamen bundesweit über 300.000 zusammen. Über 600 davon aus Freilassing.

(J. Vesper)

 
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