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Für alle die, die mit Beginn des neuen Jahres ihre guten Vorsätze tatsächlich umsetzen wollen, hat Christian Bischoff, seines Zeichens Lebenstrainer, Coach, Autor, Consultant und Redner in einer Person, einige wohlmeinende Ratschläge parat. Wer es eher mit Nietzsche hält, der Lebensglück mit „ der Abwesenheit von Unglück“ umschreibt, dürfte sich schwer tun mit der jungen Garde erfolgsverwöhnter und publikumswirksamer Glücksboten wie Eckart von Hirschhausen, „Glücksformel“-Sucher Stefan Klein oder Lebensvortragskünstler Christian Bischoff. Mit seinem populären Vortragsevent „Mach den positiven Unterschied“ lief der „Typ mit dem roten Stirnband“, wie er sich selbst bezeichnet, Anfang Januar in der Turnhalle der Knabenrealschule zur Hochform auf.

Zunächst stellt sich die Frage, was den Hünen in seinem leger sportlichen Outfit und dem markanten Stirnband als Krönung seiner Kurzhaarfrisur so populär macht? Man muss nicht lange zuhören, um zu erkennen, was in ihm steckt. Ein Erfolgsmensch par excellance: Profi und Headcoach im Basketball, Marathonläufer, mehrfacher Buchautor, Diplomkaufmann und Deutschlands jüngster Business-Consultant. Ein Unternehmer, der Radtouren quer durch Europa macht, auf seinen Vortragsreisen Schüler genauso begeistert wie ihre Eltern, der in den Seminarräumen von Daxunternehmen ebenso zu Hause ist wie im Pfarrheim der Kirchengemeinde, der unterhaltsam, humorvoll und spontan zum Nachdenken anregt und eine Bereicherung für jede Kabarettbühne wäre. Allzu gern hält er seinem Publikum liebevoll den Spiegel vors Gesicht.

Die Vorbehalte gegenüber dieser makellosen Bilderbuchbiographie sind schnell verflogen. Es muss nicht der „Transalpine-Lauf“ sein, der härteste Laufwettbewerb der Welt, den der Referent im letzten Jahr erfolgreich absolvierte, oder die Villa mit Swimmingpool am Meer. „Seine persönliche Höchstleistung erbringen, das ist entscheidend“, versucht der Experte für Spitzenleistungen von vornherein jedes Frustpotenzial abzubauen. Das gelte für die Familie und den Beruf genauso wie für die Freizeit. Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz. „Keiner kann mir vorschreiben, wann ich erfolgreich bin“, so der Eulenspiegel der Erfolgsgesellschaft. Sein Konzept ist nachvollziehbar und klingt denkbar einfach: Ziele setzen, sie mit der nötigen Selbstdisziplin und Willenskraft verfolgen, keine Ausflüchte zulassen und nach Durchlauf der verschiedenen Erfolgsphasen fällige Erträge ernten.

„Jeder Mensch hat drei bis fünf herausragende Talente“, so Bischoff. Dabei greift der Erfolgs-Entertainer zum Mittel sprachbildlich-symbolischer Darstellung. Aus einer gefüllten Flasche lässt er Wasser auf die Bühne laufen: „Verschüttet, verschwunden, so sieht es bei vielen mit ihren Begabungen aus.“  Die versickern nicht selten im „Gewohnheitsbereich“ des Alltags, in dem wir uns sicher fühlen. Dieser sei angstfrei und sichere unser Selbstvertrauen. Gelänge es uns, unsere Ängste Schritt für Schritt zu überwinden, stehe das Tor für den Eintritt in den so genannten Potentialbereich weit offen, der Bereich, „in dem man könnte, aber noch nicht kann“. Hier sollten neue Ebenen der Selbstverwirklichung beschritten werden. Dabei liege zwischen Angst und Fortschritt oft nur ein einziger Schritt.

„Meine eigene Einstellung ist der entscheidende Faktor, wie sich mein Leben entwickelt“, hat der erfolgsverwöhnte junge Mann eine Gewinnregel fürs Leben formuliert. „Es geht alles im Kopf los!“ Die entscheidende Frage sei, ob wir etwas wollen. „Was will ich wirklich, ist die Kernfrage, die ich mir beantworten muss.“ Das haben Dick und Rick für sich getan. Der beeindruckende Film über den 65-jährigen Dick, der gemeinsam mit seinem schwerstbehinderten Sohn den Ironman nach elf Fehlversuchen erstmals erfolgreich absolviert, geht unter die Haut. Nichts scheint unmöglich, wenn nur der Einsatz stimmt. „Erfolg, gleich welcher Art, ist nur zu 20 Prozent körperliche Leistung und zu 80 Prozent mentale Kontrolle.“ Dabei gehe es nicht darum, keine Fehler zu machen, sondern nur darum, dass wir unser Bestes geben.
 
Die Macht des gesprochenen Wortes, die Macht des Lobes, der unstillbare Hunger, immer besser zu werden, um Großes zu erreichen – ist denn die Schule der richtige Ort für solch ein gebündeltes Maß an scheinbarer Omnipotenz? „Ich möchte so viele Menschen erreichen wie möglich“, so das wortgewandte Unikum. „Schulen liegen mir am Herzen, weil wir eine Verantwortung für kommende Generationen haben.“ Anderen etwas mit auf den Weg geben, etwas für andere tun sei besonders motivierend und erfüllend. Und der kräftige und anhaltende Applaus für diesen unterhaltsamen und bereichernden Vortragsmarathon dürfte den „Eimer des Selbstvertrauens“ von Motivator Christian Bischoff gehörig angefüllt haben.

(J. Vesper)

 
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