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Peter bringt noch fünf Tafeln Schokolade mit, Max zwei Zahnbürsten und zwei Zahnpasta. Die letzten Geschenke für ein Paket, das am zweiten Weihnachtsfeiertag mit vielen anderen auf große Reise gehen konnte. An diesem Tag starteten die voll beladenen Trucker der alljährlichen Weihnachtsaktion von Antenne Bayern in die ärmsten Länder Europas. Schon zum weiten Mal beteiligten sich die spendenfreudigen Knabenrealschüler an Aktion „Weihnachtstrucker“ von Antenne Bayern.

Insgesamt fünf Pakete konnten Peter, Max und ihre Freunde aus der „Fünften“ in ihrer Klasse zusammentragen. Zucker, Mehl, Reis und Nudeln kamen ebenso hinein wie Kakaopulver oder Kekse. Als Geschenk für die Kinder sollten Block und Buntstifte gekauft werden. Die Johanniter hatten eine genaue Packliste aufgestellt. Nur so könne man gleichwertige Pakete verteilen und die Zollbestimmungen reibungslos abwickeln.

„5 Kinder leben hier mit ihren Eltern auf zehn Quadratmetern, feuchte Wände, nur ein kleines Fenster, ein altersschwacher Holzofen, eine Couch und ein Bett und nur durch eine dünne Trennwand von den Kühen getrennt die ihnen noch nicht einmal selbst gehören.“ So berichten Fahrer der Hilfskonvois ernüchternden Weihnachtserlebnissen der vergangenen Jahre in Ländern Osteuropas, wo sich in unmittelbarer Nähe westlicher Wohlstandgesellschaften das „wahre Elend“ auftue.

Vor 16 Jahren wurde die Aktion von Antenne Bayern-Moderatorin Angelika Demmerschmidt ins Leben gerufen. Ihre Idee, alljährlich notleidenden Kindern eine Freude zu machen und bedürftigen Familien mit dringend benötigten Grundnahrungsmitteln über den harten Winter zu helfen, hat  sich durchgesetzt. Denn der ist in östlichen Breitengraden oft besonders streng und lang. Als studierte Ethnologin weiß die wortgewandte Radionmoderatorin um die Probleme der Region. „Das Elend zwingt uns hinzusehen.“ Während sich das Interesse der Weltöffentlichkeit auf die großen Krisenherde des afrikanischen Kontinents fokussiert, fristen die osteuropäischen Länder ein von der breiten Öffentlichkeit weithin unbemerktes Dasein. Es wird kaum investiert, viele Menschen verlassen ihre Heimat.

Während Skistar Maria Riesch in diesem Jahr die Patenschaft für die Weihnachtsaktion übernahm, sammelten unzählige Privatleute und Institutionen in ganz Bayern und darüber hinaus, um die Wunschpakete zu füllen. Zum zweiten Mal beteiligte sich die Knabenrealschule. Und Lehrer Andreas Meier zeigte sich zum Schluss zufrieden mit dem Ergebnis, konnten doch in den Vorweihnachtstagen 77 Spendenpakete im Laster der Johanniter verstaut werden, 22 mehr als im letzten Jahr.

J. Vesper

 
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