| Workshop der Aidshilfe Salzburg |
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Als Nachricht, auf die die „Menschheit Jahrzehnte gewartet hat“, machte im Herbst 2008 ein Medikament Schlagzeilen, das in den USA getestet, als vorbeugende Pille gegen Aids auf den Markt gebracht werden sollte. Eine Arznei, die das Risiko drastisch verringert, vielleicht sogar eine Infizierung ausschließt. Auch ein Jahr nach dieser Meldung ist weit und breit kein prophylaktisches Produkt auf dem hart umkämpften pharmazeutischen Markt in Sicht, das der Libido wieder unbeschwerte und ungeschützte Spielräume eröffnet, obwohl mittlerweile immer bessere und ganz neue Wirkstoffe entwickelt werden. Bedeutete in den 80er Jahren ein positives Testergebnis eine ungewisse Restlebenszeit, so könne man heute ein medizinisch besseres und längeres Leben für HIV-positive Menschen gewährleisten, so Dr. Wöss. „Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich.“ Allerdings, so die Psychologin, führe das Wissen um mögliche Therapien fälschlicherweise zu der Meinung, das Ganze sei ja eh nicht so schlimm. Die Medikation führe bei vielen Menschen zu gravierenden Nebenwirkungen, Einschränkungen oder Risiken. Dazu zählten etwa Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Depressionen oder Krebs, die bei ihnen häufiger auftreten, konstatiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrem jüngsten Bericht. Das Imunsystem ist in ständiger Alarmbereitschaft, was Alterungsprozesse deutlich beschleunigt. Viele Positive klagten zudem häufig über Müdigkeit. Der regelmäßige Gesundheitscheck alle drei Monate, gehöre ebenso zum Manangement wie zusätzliche Kontroll- und Frühuntersuchungen. Weltweit sind rund 33 Millionen Menschen mit HIV infiziert, in Deutschland rund 64.000. Für 2008 meldet das Robert-Koch-Institut 3000 neue Fälle. 90 Prozent der HIV-Infektionen werden sexuell übertragen. Bei HIV, „Humanes Immundefekt Virus“, handelt sich um ein Virus, das wichtige Zellen des menschlichen Abwehrsystems befällt. Dabei gelingt es dem menschlichen Immunsystem nicht wie bei den meisten anderen Infektionen, HIV aus dem Körper zu entfernen. Aids wiederum steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, ein Bündel von Symptomen einer erworbenen Abwehrschwäche. HIV hat als Erreger der Krankheit Aids eine Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems ausgelöst und ist auf andere Menschen als Virus übertragbar.
„Ein erster Test ist kostenlos“, so die Psychologin. „Er wird anonym durchgeführt, bei den oberbayerischen Gesundheitsämtern oder den österreichischen Aidshilfe-Stellen.“ 20 bis 30 Euro verlangten Hausärzte, Labors oder Kliniken. Bei positivem Ergebnis helfen die deutschen oder österreichischen Aidshilfen, Aidsambulanzen in Krankenhäusern oder erfahrene Dermatologen weiter. „HIV schwächt sehr sehr langsam, oft unbemerkt über Jahre hinweg das Immunsystem, indem es den `Erkennungsdienst´ der Immunabwehr zur eigenen Vermehrung benutzt und die `Helfer´- Zellen dadurch schädigt,“ bringt Dr. Wöss das Wesen einer Krankheit auf den Punkt, die für die Betroffenen oft mit gravierenden Lebenseinschnitten einhergeht. Häufig zerbrechen Partnerschaften, Freunde und Bekannte ziehen sich zurück, der Berufsalltag wird von Ausgrenzung und Stigmatisierung geprägt, nicht sind Kündigungen die Folge. „Die einzig wirksame Methode, eine Ansteckung zu vermeiden, ist Safer Sex, der `geschützte Sex´,“so Dr. Wöss. „Das Eindringen von Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Blut oder Blutspuren fremder Personen in den eigenen Körper unbedingt vermeiden!“ |

