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''Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.'', so legte vor über 2000 Jahren der Philosoph Sokrates seine Ansichten über die Heranwachsenden dar. Es hat sich nichts geändert, mag mancher Zeitgenosse den skeptischen Blickwinkel aufnehmen und mit einem Fingerzeig auf das Fehlverhalten Jugendlicher deuten, wie es tagtäglich vorkommt. Doch es gibt auch viele positive Beispiele. Zu ihnen gehören die Jungen und Mädchen, die sich im letzten Schuljahr als besonders begabte und vielseitig interessierte Realschülerinnen und Realschüler hervortaten und einer Einladung des Kultusministers nach Regensburg folgten. Zu ihnen gehört auch Koloman Wagner aus der 10 A, der im kommenden Sommer die mittlere Reife an unserer Schule ablegen wird.

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Koloman Wagner, Zehntklässler der Knabenrealschule, erhielt eine Einladung des Kultusministers als Belohnung für besondere Leistungen und sein Engagement.  

Junge Talente bleiben häufig im Verborgenen. Eine „Superstar“-Bühne ist nur Wenigen vorbehalten, für Schlagzeilen sorgen meistens die besonders Brutalen oder Auffälligen. Begegnet man einem gemeinhin begabten jungen Menschen durch Zufall und lässt ihn zu Wort kommen, tut sich häufig unter der Decke erkennbarer Zurückhaltung Überraschendes auf.

„23 Schüler waren in Regensburg dabei,“ erzählt Koloman von seiner Seminarwoche mit den besonders Begabten. „18 Mädchen und fünf Jungen.“ Erstere seien einfach disziplinierter und auch entwicklungsmäßig den Jungen eine Nasenlänge voraus, hat der Zehntklässler schnell eine Erklärung für das Missverhältnis parat. Mit seinem Notenschnitt von 1,2 im letzten Zeugnis war der aufgeschlossene Junge aus Saaldorf einer von drei Seminarteilnehmern aus Oberbayern-Ost, ein Schulbezirk mit 50 Realschulen. „Wir hatten das Glück teilnehmen zu dürfen“, betonen die jungen Leute im Vorwort ihrer mühevoll und gekonnt gestalteten „Seminar“-Zeitung. „Eigentlich sind wir ganz normale Menschen, die nur ein bisschen bessere Noten schreiben und sich für die Gesellschaft engagieren“, heißt es weiterhin in ihrem Vorwort.

Ganz normale Menschen? Die Bescheidenheit in der Selbsteinschätzung weckt Sympathien. Die genießt auch der 17- jährige Schüler Koloman Wagner im Schulhaus der Knabenrealschule. Seine unaufdringlich natürliche Art sichert ihm nicht nur die Wertschätzung der Lehrkräfte, auch in der Klassengemeinschaft gehört er fest dazu. Von Neid bei den Mitschülern keine Spur. „Die sind ja selbst gut“, so das hoch aufgeschossene Allroundtalent. Erdkunde, Deutsch, aber auch die naturwissenschaftlichen Fächer gehören zu den Favoriten im Stundenplan des sportlichen Jungen, der seine Grundschuljahre auf der Kanareninsel La Palma verbrachte, wohin sein Vater, ein Naturwissenschaftler, seine Familie aus beruflichen Gründen mitgenommen hatte.

Zur schulischen Wiedereingliederung fand sich Koloman erst einmal auf der Hauptschule wieder, bevor er dann zur Realschule wechselte. Hier fasste er sehr schnell Fuß. Ein neuer Freundeskreis entstand und ein schulisches Umfeld, das ausreichend Zeit für Modellbau, Metallarbeiten, die Aquarellmalerei, das Joggen, Volleyballspielen und seine „Ziach“ lässt. Nebenbei verdingt er sich als Nachhilfelehrer für die Jüngeren im Schulhaus und erteilt „Ziach“-Unterricht. Ein klares Berufsziel scheint schon abgesteckt. „Ein Studium mit der Fachrichtung Journalismus könnte ich mir gut vorstellen“, formuliert der sprachgewandte junge Mann mit den vielen Interessen und Talenten ein klares Berufsziel. Ob er dann allerdings noch Zeit findet, Fahrzeuge in der heimischen Werkstatt zu lackieren, muss bezweifelt werden.

(J. Vesper)

 
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