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Zum Neustart an einer weiterführenden Schule stehen die Fünftklässler alljährlich vor einer Fülle von Veränderungen im Schulalltag. Die Bewältigung erfordert einigen Einsatz. Zudem bergen neue Schulwege immer auch neue Gefahren. Deshalb räumt das Fachteam für Sicherheits- und Verkehrserziehung an der Knabenrealschule unter der Leitung von Lehrer Klaus Thielen auch in diesem Schuljahr wieder Sicherheitsfragen oberste Priorität ein. So stand in der letzten Woche ein Sicherheitstraining rund um das Schulbusfahren für die Jüngsten auf dem Programm.
 
Die Fahrt in einem Schulbus ist hierzulande häufig eine abenteuerliche Angelegenheit. So jedenfalls sieht es der Allgemeine Deutsche Automobilclub, der in seinem neuesten Test jedem dritten Gefährt der bundesdeutschen Schulbuslinien die Note „mangelhaft“ erteilt. Die Sicherheit der Kinder sei kaum gegeben, so die ADAC-Tester, die inkognito Schulkinder bundesweit von November bis Februar auf 72 Fahrten begleiteten. Überhöhtes Tempo, dicht gedrängte Insassen, Überfüllung, technische Mängel, Verspätungen. In Mecklenburg-Vorpommern soll bei einem Bus während der Fahrt sogar die Tür aufgegangen sein. In München mussten die Kinder bei Minustemperaturen frieren, weil die Heizung nicht funktionierte. In Schleswig-Holstein habe eine einzige Buslinie ein „sehr gut“ geschafft.. „Nicht nur der Fahrer punktete voll, sondern auch die Kinder verhielten sich vorbildlich“, so das Lob der Tester.
Um Letzteres auch im Umfeld der Bubenrealschule auf den Weg zu bringen, zeigte RVO-Mitarbeiter Claus Crassl seiner aufmerksamen Zuhörerschaft, worauf es ankommt. Dabei steht vor allem das eigene Tun der Jungen im Vordergrund. Regeln werden nicht nur aufgestellt, sondern gleich vor Ort auf ihre Tauglichkeit hin überprüft. Nicht drängeln beim Ein- und Aussteigen – wer hätte das nicht schon hundertmal gehört. Der Blick auf die Stoppuhr zeigt: Fast doppelt so schnell und gefahrlos verläuft der Einstieg in geordneter Reihe.
Problematisch sei häufig auch das Verhalten der Schüler gewesen, konstatierten die ADAC-Schulbustester. Toben, drängeln, den Kleineren keine Chance lasse sei an der Tagesordnung. Deshalb schlägt der Automobilclub vor, den Kindern in Schulungen beizubringen, wie man sich richtig verhält: Niemals vor oder hinter dem wartenden Bus über die Straße laufen, sondern immer warten, bis der Bus abgefahren ist. Rechtzeitig von zu Hause losgehen. Nicht toben, laufen, raufen oder Fangen spielen an der Haltestelle. Beim Ein- und Aussteigen nicht drängeln. Während der Fahrt nicht herumlaufen, sich festhalten. Den Schulranzen nicht auf den freien Sitzplatz abstellen!
Statistisch gesehen ist der Schulbus das sicherste Verkehrsmittel für Kinder und Jugendliche. Trotzdem komme es immer wieder zu Unfällen, vor allem beim Ein- und Aussteigen, so Grassl, der auf eine über 20-jährige Fahrpraxis im Schulbusbetrieb zurückblicken kann und es versteht, Kinder für das heikle Thema zu sensibilisieren. Zu erklären seien viele Mängel auch dadurch, dass Busunternehmer zu äußerst knappen Kalkulationen gezwungen seien, so der ADAC. Zusätzliche Investitionen von den Schulträgern seien unbedingt erforderlich. Die Schüler der Klasse 5 a jedenfalls waren an diesem Donnerstagmorgen mit erhöhter Aufmerksamkeit bei der Sache und zeigten sich, ausgestattet mit neuem Wissen um das hohe Gefahrenpotential beim Schulbusfahren, für kommende Fahrten gut gerüstet.
 
(Johannes Vesper)
 
 
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