| Schulbus-Training |
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Simple Picture Slideshow: Could not find folder /home/www/web421/html/images/stories/simpleimagegallery/events/Schulbus Es war der letzte Schultag vor den Osterferien, als der neunjährige Marius aus dem hessischen Raßdorf von einem Schulbus erfasst und überfahren wurde. Auf der Heimfahrt hatte er versucht, vor dem Fahrzeug über die Straße zu laufen. Marius kam dabei unter das linke Vorderrad und wurde zwischen der Achse und dem Radkasten eingeklemmt. Wer mit dem Schulbus unterwegs ist, ist vielen Gefahren ausgesetzt. Um diesen vorzubeugen, absolvierten die Fünftklässler der Knabenrelaschule vor den Pfingstferien ein Schulbus-Training, das von der RVO, der Regionalverkehr Oberbayern GmbH, angeboten wird.
Der Einstieg in einen Schulbus gleicht nicht selten der Erstürmung einer mittelalterlichen Festung. Schubsen, Drängeln, die Ellbogen raus – so vollzieht sich der lautstarke Kampf um die besten Plätze, eine „Tour de Force“. Tag für Tag werden Millionen von Schülern mit dem Bus zur Schule befördert. „Viele Eltern wissen oft nicht um die Gefahren, denen ihre Kinder hierbei ausgesetzt sind,“ so Lehrer Klaus Thielen, Mitarbeiter des Fachteams für Sicherheits- und Verkehrserziehung und Inititiator der Schulungungsmaßnahme. Claus Grassl, seit 20 Jahren von seinem Arbeitgeber mit der Schülerbeförderung betraut, lässt die Buben der Klasse 5c ein zweites Mal Aufstellung neben dem Bus nehmen.. Der von ihm verordnete Einstieg in Reih´ und Glied geht 20 Sekunden schneller vonstatten als der ungebremste Ansturm und verläuft sich für alle Beteiligten deutlich entspannter. Außerdem ist er wesentlich ungefährlicher.
Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbandes der Unfallkassen ist ein Fünftel aller Busunfälle auf Rangeleien und Raufereien zurückzuführen. Die Studie zeigt auch, dass das Aggressionspotential nach dem Unterricht deutlich erhöht ist: mehr als 70 Prozent der raufereibedingten Schulbusunfälle ereignen sich auf der Heimfahrt. Auch im Bus ist es um die Sicherheit häufig nicht viel besser bestellt. Ohne Halt stürzt Grassls Versuchs-Puppe beim Bremsvorgang nach vorne in den Mittelgang. Der Begriff „toter Winkel“ muss den Jüngsten im Schulhaus erst einmal erläutert werden. So schwer wie 12 Elefanten ist ein Bus, meterweit spritzt das Wasser aus einem Kanister, der vor einer Rampe liegt und vom linken Hinterreifen überrollt wird.
Anschaulich und beeindruckend sind die Demonstrationen des Berchtesgadner Verkehrserziehers und seiner Mitarbeiterin Maria Huber. Tipps für alle, die mit dem Schulbus unterwegs sind, hält auch der ADAC bereit: Niemals vor oder hinter dem stehenden Bus auf die Straße laufen, rechtzeitig aus dem Haus gehen, nicht auf Rangeleien einlassen, mindestens einen Meter Abstand zum Bus halten, wenn er an die Haltestelle fährt, Schultaschen nicht in den Mittelgang stellen, weil andere darüber stolpern könnten, sich während der Fahrt gut festhalten.
Beim diesjährigen Schulbustest des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs erhielten zwei Drittel der Schulbusfahrten die Noten mangelhaft und ausreichend. 70 Testfahrten in 12 Bundesländern wurden genauer unter die Lupe genommen. Technische Mängel, fehlende Haltegriffe und Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden als wesentliche Sicherheitsrisiken im Schulbusbetrieb konstatiert. Aufgrund straffer Kosten- und Zeitenpläne seien die Fahrer häufig dazu gezwungen, ordentlich aufs Gaspedal zu treten, so die ADAC-Bustester. Während Fahrzeuge, die ausschließlich Schulkinder befördern, mit zusätzlichen Warnleuchten, Spiegeln und Schulbus-Schildern ausgestattet sein müssten, gelte das für die normalen Lineinbusse nicht. Bei zwölf der untersuchten Schulbusse habe der Extra-Spiegel gefehlt. Dabei sei gerade der besonders wichtig, damit der Fahrer den Ein- und Ausstieg an den Türen überwachen könne. (J. Vesper)
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