| Kompass-Fortbildung |
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Erfolg ist das Ergebnis vieler kleiner Siege über sich selbst.![]() „Lernen heißt, konstruktiv mit Schwierigkeiten und Widerständen umzugehen,“ so brachte es Andreas Müller, im Rahmen der letzten Kompass-Fortbildung in der Evangelischen Akademie in Tutzing auf den Punkt. Und wer wollte dem Bildungsexperten aus der Schweiz bei Betrachtung dieser heiklen Situation die gebotene Dringlichkeit zum konstruktiven Umgang mit Schwierigkeiten absprechen. Des Weiteren forderte Müller: „Lernende müssen Freude entwickeln am Umgang mit Widerständen und Schwierigkeiten.“ Schließlich könne man nur an der Herausforderung wachsen.
Und die ist häufig nicht zu knapp bemessen. Unmittelbar vor den Weihnachtsferien fand die letzte Kompass-Fortbildung in Tutzing statt. Drei Tage rauchten die Köpfe, ob der Power-Point-Slides, Inputs, Workshops, Questioning-Contractings, Foren, Arrangements im Plenum, auf dem Marktplatz oder im Baumarkt. Um all das zu verstehen, bräuchte man eigentlich eine eigene Fortbildung. Doch die Anregungen für den Schulalltag waren vielfältig, vieles lässt sich umsetzen, einiges braucht mehr Zeit, anderes geht gar nicht, weil z. B. die räumlichen Bedingungen nicht gegeben sind.
„Evaluation“, so das Thema der Tagung. Selbst wenn man es auf Schule begrenzt, ist der Themenbereich sehr vielgestaltig. In Gruppen erarbeiteten die Schulteams Teilbereiche aus dem Themenfeld. Die Ergebnisse sollten am Ende der Tagung in „smarter“ Zielformulierung präsentiert werden. „Smart“ ist ein Ziel dann, wenn es eindeutig formuliert, messbar und ausführbar gestaltet ist, über eine Relvanz für das berufliche Handeln verfügt und die zeitlichen Verbindlichkeiten eindeutig festlegt. So jedenfalls formuliert es Andreas Müller in seiner „learning factory.“
![]() In Form eines Rollenspiels präsentierten Christian Daxl und Peter Schinwald, beide aus dem Kompass-Team unserer Schule, das Arbeitsergebnis des Schulteams Freilassing in parodierender Form: Schüler und Lehrer in einer Prüfungssituation– das bekannte „Frage- und Antwortspiel“, wie es sich tagtäglich in Schulhäusern abspielt. Zusammenhangloses Wissen, eingepaukt und doch nicht abrufbar – hier hat der Schüler keine Chance. Doch der Junge hat eine Idee, etwas gänzlich Neues. „Lerntagebücher, Portfolios, Kompetenzraster. Haben Sie davon schon mal was gehört, Herr Professor?“ - Begriffe, die ihm beim Surfen im Internet untergekommen waren. Die Pointe der mit viel Applaus bedachten Schauspieleinlage brachte das hervor, worum es im Tutzinger Schlossgebäude drei Tage lang ging: Wie kann ich mein Evaluationsinstrumentarium als Lehrer sinnvoll erweitern?
„Die Ziffernzensur versündigt sich an der guten Pädagogik. Eine Alternative ist die direkte Leistungsvorlage, „so der bekannte Bildungsreformer Rupert Vierlinger, der das Portfolio-Konzept schon Mitte der 70er Jahre entwickelte. Er wusste, dass der Schwächere bei der Notenbeurteilung, die die „Mangel-Sicht“ in den Vordergrund stellt, nie ein Erfolgserlebnis haben wird. Ein Portfolio als Sammelmappe für schulische Leistungsnachweise verschiedenster Art, die den individuellen Lernfortschritt erkennen lässt und persönliche Vistenkarte des Schülers ist. „Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten“, so Horst Zeinz von der Uni Erlangen, der das Kompass-Projekt wissenschaftlich begleitet. Als Evaluationsinstrumente führt er Lerntagebücher, Feedbackbögen, Kompetenzraster, Bewertungskonferenzen oder Zertifakte an. „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht“ , zitiert er Sepp Herberger und meint den „schulischen Ernstfall“, der gelingen kann, wenn man sich erst einmal auf ihn ein- und den schulischen „Elfenbeinturm“ hinter sich lässt. Aktive Handlungsfelder, die den „Ernstfall-Charakter“ proben, sind optimal für ein schulisches Setting“, z. B. Projekte wie die Theater-AG“.
Weitere interessante Aussagen im Überblick:
J. Vesper
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