| Lesewettbewerb |
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Maximilian Steinmaßl aus der Klasse 6C setzt sich im schulinternen Vergleich durch.„Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt."
Mit diesem aus Arabien stammenden Sprichwort und weiteren „Leseweisheiten“ war die Aula der Knabenrealschule Freilassing geschmückt. Dort hatten sich die vier Klassen der Jahrgangsstufe 6 versammelt, um aus ihren Reihen den „besten Leser“ zu ermitteln. In einem klasseninternen Vorentscheid hatten sich bereits Felix Motzner (6A), Johannes Haas (6B), Maximilian Steinmaßl (6C) und Emanuel Salomon (6D) durchgesetzt und traten nun zum finalen Showdown an. Zu Beginn begrüßte die Schulleiterin Frau Irmengard Schmidtner die Sechstklässler, die mit Plakaten und Schildern ihre Sympathie und moralische Unterstützung für „ihren“ Kandidaten kundtaten. Als das Licht ausging, herrschte gebannte Stille! Der Blick richtete sich auf die Bühne, die mit Pflanzen geschmückt war. An die Wand projizierte Bücherregale sollten eine Wohnzimmeratmosphäre schaffen und nicht nur die Leser in Stimmung versetzen. Als Lichtquelle diente die Leselampe auf dem am Rand der Bühne aufgestellten Tisch.
Bereits im ersten Durchgang bewiesen die vier Kandidaten ihr sprachliches Talent. Sie dokumentierten eindrucksvoll, dass Vorlesen weit mehr verlangt als nur das "Auflesen" von Buchstaben. So zogen sie die Zuhörer mit einem Auszug aus einem selbst gewählten Buch in ihren Bann.
Die Entscheidung sollte dann der zweite Teil des Vorlesewettbewerbs bringen. Aus der Erzählung "Kurz vor Weihnachten" mussten die Kandidaten nun jeweils eine Seite lesen. Sicherlich kein leichtes Unterfangen, schließlich war ihnen die Geschichte unbekannt - und dennoch ließen sie die Figuren wie den alten Lehrer Baumann und seine Schüler, die ihm einen Streich spielen, zum Leben erwachen. Nach Ansicht der Jury, die aus der Schulleiterin Frau Schmidtner, der Elternbeiratsvorsitzenden Frau Michaela Schenk, dem Buchhändler Franz Krittian und dem Deutschlehrer Jörg Schwerteck bestand, meisterte Maximilian Steinmaßl auch das "freie Lesen" am besten. Aber auch die anderen Teilnehmer erhielten vom Publikum den verdienten Applaus - so gab es Ende keine Verlierer, sondern nur Gewinner. Besonderen Dank gilt Herrn Krittian von der örtlichen Buchhandlung, der die Buchpreise stiftete und sie bei der Siegerehrung den Siegern überreichte.
Der Lesewettbewerb ist ein Baustein im Rahmen der Leseförderung an der Knabenrealschule Freilassing. Schon der Begriff "Leseförderung" drückt aus, dass es heute eben nicht mehr selbstverständlich ist, dass Schüler lesen (können). Digitale Medien haben Printmedien in den letzten Jahren immer mehr aus den Kinderzimmern verdrängt. Bestätigt wird diese These durch die aktuellen Ergebnisse der JIM-Studie 2008 (Jugend, Information, (Multi-)Media). Diese besagt, dass 40% der Jugendlichen regelmäßig zum Buch greifen - gleichzeitig hat aber fast jeder fünfte Jugendliche (18%) gar keinen Bezug zum Buch. Auf die Frage, auf welches Medium sie nicht verzichten könnten, nannten lediglich 5% der Jungs das Buch. Knapp ein Drittel aller Antworten (30%) entfielen dagegen auf das Internet.
Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche wieder motiviert werden, zu lesen. In den 5. und 6. Klassen der Knabenrealschule wurden auch deshalb sogenannte Lesestunden eingerichtet. Diese finden regelmäßig statt, aber auch in Vertretungsstunden können sich die Schüler ein Buch schnappen. Dass Lesen durchaus "in" ist, zeigt die Begeisterung der jungen Leser an der Realschule gerade in den Lektürestunden - und vielleicht hat ja der ein oder andere Schüler tatsächlich das Gefühl, "einen Garten" zu besitzen, den er "in der Tasche trägt". (js) |
