| Neues im Schuljahr 2008/09 |
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Mit 13 neuen Lehrkräften auf neuen Wegen:
Staatliche Realschule als „Kompass-Schule“ mit Fachraumprinzip
„Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen – der Mensch zu nichts recht, als was er nicht lernt, liebt und übt“, wird der Schweizer Schul- uind Sozialreformer Johann Heinrich Pestallozi, gern zitiert, der seine pädagogische Ideen zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf den Weg brachte. Dass sich seither viel bewegt hat rund um Bildung und Erziehung, ist unschwer zu erkennen – und 200 Jahre nach den bahnbrechenden Ideen eines Pestallozi ist das Schulleben noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Das gilt auch für die Knabenrealschule Freilassing, die mit Beginn des neuen Schuljahres 13 neue Lehrkräfte begrüßen konnte, das Konrektorat umgebildet, das Kompass-Projekt in Gang gesetzt und das Fachraumprinzip eingeführt hat.
Mittwoch früh, der zweite Schultag im neuen Schuljahr. 25 Sechstklässler stehen etwas ratlos im Eingangsbereich des Schulhauses mit Blick auf einen großen Flachbildschirm, auf dem sonst der aktuelle Vertretungsplan zu sehen ist und der heute ein bunt gemustertes Zeichenwerk aus der Geometrie präsentiert. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Konturen eines Gebäudegrundrisses, dessen verschiedene Rechtecke mit Nummern und Buschstaben versehen wurden. Doch es dauert nicht lange, bis sich die Jungen mithilfe des Raumplanes orientiert haben und ihren Fachraum im zweiten Stockwerk gezielt aufsuchen können.
Insgesamt 624 Schüler besuchen die Schule. „Mittlerweile sind wir in allen Jahrgangsstufen vierzügig. Uns fehlten für die Klassenraumorganisition sechs Räume,“ so Rektorin Irmengard Schmidtner. Eine Überbelegung von 25 Prozent habe die Schule zu der Umstellung auf das Fachraumprinzip veranlasst. Das heißt, dass ab jetzt die Klassen entsprechend ihres Stundenplanes die Räume ihrer Lehrer aufsuchen müssen. Drei Minuten vor Stundenende ertönt der Vorgong, das Zeichen zum Aufbruch. Zwei fünfzehnminütige Pausen nach der zweiten und vierten Stunde, ein um fünf Minuten vorverlegter Unterrichtsbeginn und Veränderungen in der Hausordnung stützen das neue Raumbelegungsverfahren. „Am Anfang wird nicht gleich alles reibungslos funktionieren, aber es wird sich einspielen,“ so die Schulleiterin, die bereits Erfahrungen mit dem Modell sammeln konnte.
Das gelte auch für das „Kompassprojekt, so Schmidtner. „Es ist ein Versuchsfeld, von dem wir uns einiges versprechen.“ Ein neuer Zugang zur Leistungsverbesserung steht hier im Vordergrund. Schwerpunktmäßig solle bei den Kernfächern in der Jahrgangsstufe fünf angesetzt werden. Dafür stehen Stunden zur inneren und äußeren Differenzierung zur Verfügung, die helfen sollen, die Stärken des einzelnen Kindes gezielter zu fördern. Dabei geht es nicht nur um fachliche Qualitätsmaßstäbe, sondern auch um Dinge wie das Sozialverhalten oder die Persönlichkeitsentwicklung. Insgesamt zehn oberbayerische Realschulen sind in das Projekt „Kompetenz aus Stärke und Selbstbewusstsein“ eingebunden und stehen in ständigem Austausch miteinander.
Neue Wege und neue Gesichter prägen das Geschehen zum Schuljahresbeginn. Nachdem Konrektor Thomas Kaspar die Schule in Richtung Traunstein verlassen hat, um dort Schulleiter zu werden, setzt sich das neue Schulleitungsteam der Knabenrealschule aus Rektorin Irmengard Schmidtner, 1. Konrektorin Andrea Langenfelder und 2. Konrektor Martin Prechtl zusammen. Beide Konrektorenstellen konnten mit etablierten Kräften aus den eigenen Reihen besetzt werden. „Das erleichtert die Arbeit im Schulbetrieb wesentlich. Besonders wenn größere Umstrukturierungen anstehen,“ so Schmidtner. Gleich 13 neue Kolleginnen und Kollegen empfing die Schulleiterin zur Begrüßung mit bunten Schultüten: Kerstin Angerer, Christine Asen, Jörg Berger, Juliana Hollerweger, Heide Krappmann, Andreas Meier, Markus Niederwimmer, Christoph Niedziella, Susanne Ruf, Sebastian Schmidt, Margit Sichler, Stefanie Vaterl, Ines Vit. „Sie haben sie alle, aber verteilt, so Pestalozzi, der hier das Wissen mit Wahrheit umschreibt, „und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die anderen wissen.“ Auf das jeder Gang in einen anderen Fachraum für jeden Schüler ein sich lohnender werde.
Johannes Vesper
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