Home Events KOMPASS Modellversuch
KOMPASS Modellversuch Druckbutton anzeigen?

Mit Kreativität und Teamarbeit den Unterricht verbessern

Knabenrealschule entwickelt neues Unterrichtsmodell im KOMPASS-Projekt 
Es ist kurz nach neun Uhr an einem Dienstagvormittag. Eigentlich steht jetzt das Fach Mathematik auf dem Stundenplan. Doch von Zahlen, Geodreiecken und Zirkeln keine Spur. Stattdessen halten die Buben der 7 d Pinsel, Farbeimer und Klebebänder in ihren Händen. Heute soll der Klassenraum neu gestaltet werden. Diese Form der Projektarbeit gehört zum so genannten Arbeitsfeld 2 des Modellprojektes KOMPASS, an dem zehn Realschulen in Oberbayern beteiligt sind, darunter auch die Staatliche Realschule Freilassing.
 
Die Schüler der siebten Klasse sind an diesem Morgen mit Eifer bei der Sache. Solch einen Schultag erlebt man schließlich nicht alle Tage. Projektleiter Maximilian Bogner, der die Buben in Kunst und Werken unterrichtet, wirkt ob der 32-köpfigen Malerkolonne, die sinnvoll und ergebnisorientiert in das Projekt einzubinden ist, sehr gelassen. Insgesamt neun Unterrichtsstunden hat er für das Projekt veranschlagt. Knapp dreimal so zeitaufwendig ist ein anderes Vorhaben, das Bogner jetzt im Werkunterricht mit einer neunten Klasse umgesetzt hat. Im Erd- und Obergeschoss des Schulhauses fällt das Ergebnis gleich ins Auge: Als Beitrag zur Schulhausgestaltung wurden in Teamarbeit drei stattliche Litfasssäulen erstellt, so wie sie sich schon vor 150 Jahren als Werbemittel großer Beliebtheit erfreuten. Hier können Informationen rund um Themen wie Sport oder Verkehrserziehung ihren Platz finden.
 
Zwei Beispiele kreativer Projektarbeit, wie sie im Rahmen des KOMPASS-Modellprojekts zum Tragen kommen können. KOMPASS steht für „KOMPetenz aus Stärke und Selbstbewusstsein an oberbayerischen Schulen“ und wurde vom Bildungspakt Bayern in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Stiftungspartner Sparda Bank München eG ins Leben gerufen. Wesentliche Zielsetzung ist es, die Stärken einer Schülerin bzw. eines Schülers hervorzuheben. Durch die verstärkte Wertschätzung vorhandener Talente und Fähigkeiten soll ein neuer Zugang zur Leistungssteigerung gefunden werden. Die Fehlerkorrektur tritt dabei zugunsten einer motivational ausgerichteten Leistungsverbesserung in den Hintergrund.
 
KOMPASS hat die individuelle Förderung jeder einzelnen Schülerpersönlichkeit zum Ziel. Es wird eine Lehr- und Lernkultur angestrebt, die den Erfolg sucht. Mit dem Modellversuch sollen Schulen unterstützt werden, die ihre Defizitorientierung zugunsten einer Stärkenorientierung aufzubrechen suchen, um dadurch ihr Lernklima, das Selbstwertgefühl und die Kompetenzen der Schüler sowie ihrer Lehrkräfte nachhaltig positiv beeinflussen. Letztendlich geht es um eine Veränderung der Schulkultur. So zeigen beispielsweise neuere Untersuchungen, dass die Wiederholung eines Schuljahres in der Regel nicht zu einem Lernzuwachs bei Schülern führt. Immerhin wiederholen etwa 40 Prozent aller Mädchen und Jungen der Sekundarstufe I im Laufe ihrer Schulzeit ein Jahr.
 
Finanzielle Mittel und zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte stehen für die geplanten Vorhaben zur Verfügung. Beschränken soll sich der Modellversuch an der Knabenrealschule jedoch keineswegs auf die Klassenzimmer- und Schulhausgestaltung, sondern im Kern wird er von einem veränderten Unterrichtskonzept getragen, in dem auch der Bereich des sozialen Lernens angemessenen berücksichtigt wird. Medienkompetenz und die Fähigkeit, neu erworbene Lerntechniken während der Schullaufbahn immer wieder einzusetzen, sollen die Schüler in eigens konzipierten Stunden erwerben, die den aktuellen Lehrplan erweitern.
 
Die Schüler der 7 d legen bei der Neugestaltung ihres Klassenraums selbst Hand an.
 
Die neuen Litfasssäulen im Schulhaus informieren zu verschiedenen Themen.
 
 

 

 
Staatliche Realschule Freilassing, Powered by Joomla! and designed by SiteGround web hosting